Ja, Antigua und Barbuda will sich gezielt als Reiseziel für Cannabis-Tourismus positionieren. Gemeint sind damit Reisen, bei denen Cannabis als Kultur, Anbau oder legaler Konsum ein zentrales Reisemotiv ist. Den Anstoß gibt High Priest Selah, Oberhaupt des Nyabinghi-Ordens in Antigua. Er will das tropische Klima, die Natur und das Rastafari-Erbe des Landes zu einem eigenständigen touristischen Angebot ausbauen. Warum das wichtig ist? Ein Staat mit rund 95.000 Einwohnern könnte zeigen, wie aus einem bestehenden Regelwerk echte wirtschaftliche Chancen entstehen.
Vom Legalisierungsstreit zum Tourismusprodukt
Antigua und Barbuda ist ein unabhängiger Zwei-Insel-Staat in der Karibik. Das Land ist bereits ein internationales Top-Reiseziel. Es lockt mit 365 Stränden, Festivals, erstklassigem Segelsport, guter Küche und lebendiger Kultur. Jetzt soll eine weitere Attraktion hinzukommen.
Laut ZIZ Broadcasting geht es im Cannabissektor des Landes nicht mehr nur um die Frage, ob legalisiert und angebaut werden darf. Stattdessen rücken drei Themen in den Fokus: Tourismus, öffentliche Aufklärung und die Frage, wie sich der vorhandene Rechtsrahmen in wirtschaftliche und soziale Chancen verwandeln lässt.
Der Vorschlag stammt von High Priest Selah, bürgerlich Conneal Christian. Er führt den Nyabinghi-Orden in Antigua an. Dieser Orden ist einer der ältesten und traditionsbewusstesten Zweige der Rastafari-Bewegung. Rastafari ist eine in Jamaika entstandene spirituelle Bewegung, in der Cannabis als Sakrament gilt. Für Selah sind drei Faktoren entscheidend: das tropische Klima, die unberührte Natur und dieses kulturelle Erbe.
Wir bei Shottas®Seeds kennen die Wurzeln dieser Kultur gut. Cannabis gehört in der Karibik nicht zu einem Trend. Es ist Geschichte, Glaube und Identität. Genau deshalb hat die Idee Gewicht: Hier wird nichts erfunden, sondern Gelebtes sichtbar gemacht.
Was der Cannabis Act von 2018 regelt
Das Fundament jeder Tourismusidee ist der Cannabis Act aus dem Jahr 2018. Er regelt und kontrolliert die religiöse Nutzung von Cannabis durch dokumentierte Mitglieder registrierter Religionsgemeinschaften. Damit sollen die verfassungsmäßigen Rechte aller Bürger gewahrt werden. Außerdem schafft das Gesetz einen Rahmen für die medizinische und wissenschaftliche Nutzung.
Mit dem Gesetz entstand die Antigua and Barbuda Medicinal Cannabis Authority. Diese staatliche Behörde lizenziert und überwacht den Cannabissektor des Landes. Ergänzende Änderungsgesetze in den Jahren 2021 und 2022 haben die Vorschriften weiter modernisiert und an die Praxis angepasst.
Wichtig für alle, die schon die Koffer packen: Ein allgemeiner Freizeitmarkt für Touristen ist in diesem Rahmen nicht vorgesehen. Das Gesetz stützt sich auf drei Säulen:
- religiöse Nutzung durch registrierte Gemeinschaften,
- medizinische Versorgung über lizenzierte Abgabestellen,
- wissenschaftliche Forschung.
Ein Tourismusangebot müsste also auf genau diesen Säulen aufbauen. Denkbar wären etwa Kulturerlebnisse, Bildungsangebote oder medizinische Strukturen. Ein Freibrief ist das nicht. Unser Rat: Informiert euch vor jeder Reise über die aktuell geltenden Regeln vor Ort.
Die Zahlen hinter der Idee
Für ein so kleines Land ist der medizinische Sektor bemerkenswert groß. Laut der Medicinal Cannabis Authority sind über 5.000 Patienten registriert. Das entspricht mehr als fünf Prozent der Bevölkerung. Versorgt werden sie über zwei lizenzierte Dispensaries, also staatlich genehmigte Abgabestellen für Cannabis.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Einwohner | ca. 95.000 |
| Registrierte Cannabispatienten | über 5.000 |
| Lizenzierte Dispensaries | 2 |
| Gesetzliche Grundlage | Cannabis Act 2018, Änderungen 2021 und 2022 |
| Globaler Cannabis-Tourismusmarkt (Prognose 2030) | ca. 23,7 Mrd. US-Dollar (Grand View Research) |
Die Rechnung dahinter ist einfach. Der heimische Markt ist klein, der globale Tourismusmarkt dagegen riesig. Wer bereits Strände, Segler und Festivalgäste anzieht, kann mit einem authentischen Cannabis-Angebot eine zusätzliche Zielgruppe erreichen. Echt muss es aber sein. Mittelmäßigkeit verkauft sich nicht, weder bei Genetik noch bei Reisezielen.
Häufig gestellte Fragen
Ist Cannabis in Antigua und Barbuda für Touristen legal?
Ein allgemeiner Freizeitmarkt für Touristen existiert derzeit nicht. Der Cannabis Act von 2018 erlaubt die religiöse Nutzung durch registrierte Mitglieder anerkannter Religionsgemeinschaften sowie die medizinische und wissenschaftliche Nutzung. Reisende sollten sich vor ihrem Aufenthalt bei offiziellen Stellen über die aktuell geltenden Bestimmungen informieren, da die Pläne für Cannabis-Tourismus noch in der Diskussion sind.
Wer hat den Vorschlag für Cannabis-Tourismus gemacht?
Die Idee stammt von High Priest Selah, bürgerlich Conneal Christian, dem Leiter des Nyabinghi-Ordens in Antigua. Er sieht im tropischen Klima, in der Natur des Inselstaates und im Rastafari-Erbe klare Vorteile. Daraus ließe sich nach seiner Ansicht ein unverwechselbares touristisches Angebot rund um Cannabis entwickeln.
Welche Aufgabe hat die Medicinal Cannabis Authority?
Die Antigua and Barbuda Medicinal Cannabis Authority wurde mit dem Cannabis Act von 2018 gegründet. Sie beaufsichtigt den gesamten Cannabissektor des Landes, vergibt Lizenzen, etwa für Dispensaries, und registriert medizinische Patienten. Aktuell betreut sie über 5.000 eingetragene Patienten und zwei lizenzierte Abgabestellen im Inselstaat.
Wie groß soll der weltweite Cannabis-Tourismusmarkt werden?
Die Analysten von Grand View Research rechnen damit, dass der globale Markt für Cannabis-Tourismus bis 2030 rund 23,7 Milliarden US-Dollar erreichen könnte. Für kleine Reiseländer in der Karibik entsteht damit eine attraktive Chance. Voraussetzung ist ein glaubwürdiger rechtlicher Rahmen und ein authentisches Angebot, das sich klar von der Konkurrenz abhebt.
Warum spielt die Rastafari-Kultur dabei eine so große Rolle?
In der Rastafari-Bewegung gilt Cannabis als Sakrament mit spiritueller Bedeutung. Diese tief verwurzelte Tradition verleiht einem karibischen Cannabis-Angebot Authentizität, die sich nicht künstlich herstellen lässt. Statt bloßem Konsum könnten Besucher Geschichte, Glauben und Kultur erleben. Dieser Mehrwert unterscheidet die Insel von reinen Freizeitmärkten anderswo.
Quellen
- ZIZ Online – Nachrichtendienst von ZIZ Broadcasting, ZIZ Broadcasting Corporation, 2025-01-01




